Euregio-Innovationspreis 2026: Zweiter Platz für hybrides Energiespeichersystem von VAHLE Automation
Die VAHLE Automation GmbH erreicht beim 9. Euregio-Innovationspreis den zweiten Platz in der Kategorie „Konzepte/Prototypen“. Ausgezeichnet wurde ein hybrides Energiespeichersystem, das Lastspitzen in industriellen Anwendungen effizient kompensiert, Infrastrukturkosten senkt und die Energieversorgung bestehender Anlagen stabilisiert.
Bestätigung für die Innovationskraft der VAHLE Group: Die VAHLE Automation GmbH belegt beim 9. Euregio-Innovationspreis den zweiten Platz in der Kategorie „Konzepte/Prototypen“. Die VAHLE Automation GmbH hat beim 9. Euregio-Innovationspreis den zweiten Platz in der Kategorie „Konzepte/Prototypen“ belegt. Mit dem Projekt „Dezentrale hybride Energiespeichersysteme zur Lastspitzenkompensation in industriellen Anwendungen“ setzte sich der Systemanbieter unter zahlreichen Einreichungen aus Tirol, Südtirol und Trentino durch. Das Entwicklerteam präsentierte die Innovation am 29. August 2026 auf dem European Forum Alpbach und nahm dort die Auszeichnung entgegen. Der prämierte Prototyp entstand im FFG-geförderten Forschungsprojekt HESS4MRA in enger Zusammenarbeit mit dem i-PEL-Team der Universität Innsbruck sowie Unterstützung von Infineon Austria. Die VAHLE Group überführt die Technologie nun schrittweise in die industrielle Anwendung.
„Unsere Lösung stellt zusätzliche Energie exakt im Bedarfsmoment bereit. Das schont die Batterien, verlängert deren Lebensdauer und entlastet die Stromnetze bestehender Anlagen nachhaltig“, erklärt Michael Eckle, CTO der VAHLE Group und Geschäftsführer von VAHLE Automation. Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in den typischen Anforderungen des Industriealltags: Wann immer Maschinen anfahren, beschleunigen oder abrupt abbremsen, entstehen kurzzeitig hohe Lastspitzen. Um diese temporären Bedarfe abzudecken, müssen Versorgungsnetze und Energiespeicher bislang oft aufwendig und kostspielig überdimensioniert werden.
Entwickelt wurde das System am Standort Schwoich bei Kufstein, der innerhalb der VAHLE Group als zentraler Innovations-Hub für Automatisierung, Steuerungstechnik und smarte Energielösungen fungiert. Als F&E-Denkfabrik der Gruppe bündelt der Tiroler Standort das Know-how für zukunftsweisende Technologien und verknüpft Forschungserkenntnisse mit industrieller Praxis.
Dezentrale Hybridlösung fängt Lastspitzen ab
Das Schwoicher Entwicklungszentrum begegnet der Herausforderung schwankender Energiebedarfe mit einem durchdachten Systemkonzept: Die Speicherlösung koppelt eine klassische Batterie mit einem Superkondensator, der Energie besonders schnell aufnehmen und wieder abgeben kann. Während die Batterie die kontinuierliche Basisversorgung der Anlagen sicherstellt, deckt der Superkondensator punktuelle Spitzenbedarfe sekundenschnell ab. Das entlastet Leitungsnetze sowie Energiespeicher und verhindert kostspielige Erweiterungen der betrieblichen Infrastruktur.
„Dass dieser technologische Ansatz beim Euregio-Innovationspreis mit dem zweiten Platz ausgezeichnet wurde, ist eine hervorragende Anerkennung der Arbeit unseres Entwicklungsteams in Schwoich und der engen Kooperation mit unseren Forschungspartnern“, ergänzt Eckle.
Vom Forschungslabor in die industrielle Praxis
Eine intelligente Steuerung verteilt die elektrische Leistung vollautomatisch zwischen Batterie und Superkondensator. Nach erfolgreichen Testreihen unter Laborbedingungen kommen erste Komponenten der Neuentwicklung bereits in realen Pilotprojekten zum Einsatz.
Die Messergebnisse demonstrieren das hohe Potenzial der Technologie für den Industriealltag: Durch den Einsatz des Hybridsystems lassen sich Infrastrukturkosten um bis zu 30 Prozent senken, während bestehende Anlagen bis zu 35 Prozent mehr Leistung erzielen können. Zudem fängt das System bis zu 90 Prozent der kurzzeitigen Stromausfälle zuverlässig ab und erhöht so die Betriebssicherheit deutlich.
„Die Einsatzbereiche reichen von fahrerlosen Transportfahrzeugen in Lagerhallen über Roboter- und Krananlagen bis hin zu hochdynamischen Hafenanwendungen“, sagt Eckle. Auch für Elektrohängebahnen in der Halbleiterindustrie eröffnet die Innovation neue Perspektiven: Dort transportieren die Fahrzeuge empfindliche Siliziumscheiben, sogenannte Wafer, automatisiert zwischen den einzelnen Fertigungsschritten und profitieren von einer lückenlosen, netzschonenden Stromversorgung.